Weekend Plays – Durchgezockt!

Weekend Plays – Durchgezockt!

11. Juni 2012 - 14:50 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Hin und wieder finden sich doch noch unentdeckte Schätze, die ein Durchzocken lohnen und dabei muss es sich nicht mal um ein Triple-A-Titel handeln. Mit “Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers“ ist Sega ein wahres Kunstwerk gelungen und bedient das Adventure und Rhythmus begeisterte Spielerherz mit zehn Stunden Spielzeit. Wer immer noch auf der Suche nach einem spannenden 3DS-Titel ist, darf sich hier gerne davon überzeugen…

Paris, die Hochburg der wertvollen Kunstgegenstände!
Wenn tagsüber die verliebten Pärchen auf der Chanselise entlang schlendern, hat der junge Protagonist Raphael bereits einen neuen Raubzug im Pariser Louvre in Planung und dabei hilft ihm sein treuer Vierbeiner Fondue. Raphael ist kein gewöhnlicher Dieb, denn nachdem sein Vater ihn verlassen hatte, hinterließ er Raphael eine besondere Münze. Diese Münze ist mit einem Symbol geprägt, das auf zahlreiche Kunstgegenstände zu finden ist und damit will er seinem Vater auf die Spur kommen.
Auf seinem riskanten Streifzug trifft er auf die wunderschöne Geigenspielerin Mademoiselle Marie und wie der Zufall so will, besitzt auch sie eine Geige mit dem gleichen Symbol. Leider ist ihm nicht nur die Polizei auf den Fersen, auch der verstorbene Kaiser Napoleon hat es allem Anschein nach auf das gleiche abgesehen…

Tag- und Nachtwechsel
Tagsüber klappern wir die Orte von Paris ab und gehen den winzigen Hinweisen nach, die wir bei unseren Raubzügen gefunden haben. Hin und wieder laufen wir einem Bewohner über dem Weg oder finden Geräusch-Icons auf dem Bildschirm, die wir für weitere Aufgaben benötigen werden.
Einige Spielelemente erinnern uns doch sehr stark an Professor Layton, so kann der Spieler zum Beispiel alle Orte nach Münzen absuchen oder wir nehmen die Aufgaben der Bewohnern an, um ihnen bei kleinen Gefälligkeiten zu helfen. Allerdings ist die Aufgabenstellung eine andere, da “Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers“ ein Rhythmus-Spiel ist und ihr viele musikalische Aufgaben erwarten könnt, wird vor allem aufmerksames Zuhören und Taktgefühl gefordert.
So könnt ihr zum Beispiel einen abgesperrten Bereich passieren, indem ihr einen Polizisten verscheucht. Dies gelingt euch erst dann, wenn ihr die Geräusche einer Maus abspielt, da dieser euch vorher noch schreckhaft von Nagerphobie erzählt hat. Die passenden Geräusche befinden sich auf dem Weg, daher sollte man aufmerksam die Umgebung durchsuchen. Neben Geräuschkulissen können des Weiteren Musik-Disk oder Musiknoten entdeckt werden.
Anders spielt es sich bei Nacht, denn auch hier treffen wir neue Bewohner an und können eine in Nacht getauchte Kulisse bewundern. Bei einem Nachtwechsel verwandelt sich Raphael in Phantom R und bei einem seiner Einbrüche überlistet er zum Beispiel die Kamera im Louvre, indem er in einen Farbcode in der vorgegebenen Reihenfolge eingibt. Eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei liefert ihr euch auf den Dächern von Paris und um diese zu passieren müssen die richtigen Tasten im Taktgefühl gedrückt werden.

Taktgefühl mit und ohne Touchscreen…
Wer glaubt in “Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers“ wird nur mit den Tasten und Touchpen gesteuert, kann sich im weiteren Verlauf des Spiels auf neue Steuermöglichkeiten freuen :). Dank des eingebauten Bewegungssensors im 3DS lassen sich bestimmte Richtungen mit einfachen Neigen nach links, rechts, oben oder unten bewältigen. Zum Glück sind es nur wenige Aufgaben, die damit gemeistert werden wollen, da ich persönlich bei dem sehr lange hängen geblieben bin.

Augenschmaus
Grafisch gesehen ist an dem Spiel nichts auszusetzen, denn mit den animierten Zwischensequenzen wird das Spiel richtig schön aufgelockert und vor allem beim Nachtwechsel verwandelt sich Paris in ein wunderschönes Meer mit bunten Lichtern. Abwechslungsreich sind übrigens auch die zahlreichen Kulissen, die euch an sehr bekannte Orte von Paris und zum Schloss de Versailles führen. Die Orte sind mit dem Steuerkreuz einfach zu erreichen und sind auf dem Bildschirm mit diversen Sehenswürdigkeiten versehen.

Münzen einlösen und andere Features
Das muntere Münzen sammeln hat einen klaren Vorteil für alle Rhythmus-Muffel, denn wer halb so gut in diesen Minispielen mit Taktgefühl ist, kann sich stärkere Fähigkeiten dazukaufen, um zum Beispiel bei einem Kampf mit Napoleons Schar gerüstet zu sein. Ihr könnt eure Ausdauer stärken und bei einem fehlerhaften Einstieg einen Vorteil ergattern. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es nicht unbedingt einen sehr großen Vorteil bringt. Wer keine Lust auf den einen oder anderen Rhythmusgehampel hat, muss leider durch, denn erst dann kommt ihr zum nächsten Kapitel.
Alle Minispiele während eurer Durchreise werden in einer Liste gespeichert, diese sind jederzeit abrufbar und können nochmal gespielt werden. So lassen sich auch schlechte Bewertungen mit einem E (A ist das Beste) aufbessern und vom neuen steigert ihr eure Punktzahl.

Im lokalen Mehrspieler-Modus können auch eingeschränkt einige Minispiele gezockt werden. Wer dann auch noch via StreetPass seine Ergebnisse mit Gleichgesinnten vergleichen möchte, hat auch die Möglichkeit dazu.

Wer sich hier über nervigen Sound beschweren möchte :) ist hier an der falschen Adresse, denn die Hintergrundmusik passt sich wunderbar an. Das Gefühl von aufdringlicher Musik hatten wir nicht, auch die Rhythmusmusik bei den Kämpfen kamen nach anfänglichen Schwierigkeiten an und das Taktgefühl beherrschte unsere Hand von alleine…

Fazit:
Endlich mal was anderes! Das Adventure- und Rhythmusspiel “Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers“ hat mir persönlich sehr gut gefallen, denn im Vergleich zu Genre ähnlichen Titel hat Sega eine tolle Mischung aus spannenden Adventure und Rhythmus geladenen Aufgaben geschaffen. Dieses Spielkonzept kann getrost fortgesetzt werden, denn langweilig wurde es dank der schönen animierten Geschichte nicht. Leselastig habe ich das Spiel übrigens auch nicht empfunden, ganz im Gegenteil, wer eine kurze Pause einlegt und später damit anfängt, bekommt eine schöne Zusammenfassung geboten. Belohnt wird man am Ende mit der Minispielsammlung, die man sich dann gemütlich auch so noch einmal anschauen möchte. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung an alle 3DS-Besitzer!