Blechschaden

Blechschaden

20. Mai 2010 - 20:36 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Nachdem ich kürzlich Iron Man 2 im Kino gesehen habe und den Film – wenn man ihn nicht zu ernst nimmt – ganz unterhaltsam fand, dachte ich mir ich tue meiner PS3 mal was Gutes und schlüpfe selbst in den Mark-VI-Anzug und erhebe mich in die Lüfte.

Gesagt – getan. Brrr kaltes Metal. Visier runter. Auf auf und … BAM … Rohrkrepierer!

Lest meinen kleinen Erfahrungsbericht im Folgenden…

Um es vorweg zu nehmen. Iron Man und Warmachine sehen auch im Spiel richtig gut aus. Die Handlung des Spiels findet nach der im Film statt, was ich gut finde, denn eine bekannte Story nochmal durchzukauen wäre öde – noch schlimmer wenn sie auch noch „verschlimmbessert“ wurde, damit sie eben nicht gleich ist … aber naja… das ist hier nicht der Fall. Leider aber also auch kein Peitsche-schwingender Mikey Rouke ;)

Vielmehr sieht sich der findige Tony Stark damit konfrontiert, das jemand die Daten zu Jarvis, der künstlichen Intelligenz die unter anderem mit für die Steuerung des Kampfanzuges verantwortlich ist, klaut. Das kann Stark alias Iron Man natürlich nicht zulassen, bestünde doch die Gefahr, das Bösewichte ihre eigenen Iron Mans bauen.

Was sich vielleicht noch spannend anhört, verkommt durch die misslungene Art der Inszenierung. Allein das „Intro“ ist aufgrund des Fehlens von gescheiten Hintergrundgeräuschen so spannend wie eine Doku über Leseecken in Bibliotheken. Die wirklich schlechte deutsche Synchronisation zeigt zudem wieder einmal, wie emotionslos und gezwungen witzig Sprecher wirklich sein können.

 

 

Starks Arroganz und seine ganze Persönlichkeit kommt so auch im Spiel nicht wirklich rüber und der Akzent von Jarvis geht gar nicht… Österreichisch? Schweizerisch .. schwer zu deuten, aber deplatziert.

Das Spiel selbst

Ihr steuert Iron Man von einer Third-Person-Ansicht, die soweit ok ist, bis Ihr Häuser betretet oder Hindernissen begegenet… Dann kann es passieren, das Ihr Euch und somit das Spiel total aus dem Blick verliert.

Passiert dies nicht könnt Ihr nach Herzenslust Herumlaufen und fliegen und auf alles schießen was sich bewegt. Ja so gar die Gebäude darf man ein bisschen kaputt machen, wenn man die richtigen Tasten trifft. Ich jedenfalls fand es recht schwierig mit der Zielerfassung und dem Schießen zurrecht zu kommen und musste oft treffer einstecken, weil mein Iron-Männchen nicht wusste wohin er schießen sollte.

 

Die Missionen sind realtiv eintönig und es macht für mich wenig unterschied ob ich Hubschrauber vom Himmel hole, oder andere fliegene Roboter. Durch die recht gewöhnungsbedürftige Steuerung gelang es mir auch nur mit Mühe eine Gruppe von Hubschraubern durch ein Tal zu eskortieren… die Vögel hätten weniger einstecken müssen, wär ich klar gekommen, soviel steht fest ;)

 

 

Kurzfristig macht das Spiel spass, denn man will ja sehen was Iron Man so alles drauf hat, aber schon nach einer Weiler hat man das Gefühl irgendwie immer wieder das gleiche zu machen (Assassine’s Creed I lässt grüßen – auch wenn das Spiel bei weitem nicht grafisch oder inhaltlich an AC herankommt ;)

 

Einzig nett ist, das von anderen zugefügter Schaden am Anzug verblieb … so sah man schnell aus wie durch den Wolf gedreht, aber das fand ich auch oder gerade bei Batman Arkham Asylum gut. Allerdings bin ich nie wirklich an den Punkt gekommen, wo ich tatsächlich schrottreif war … entweder ich war doch nicht so schlecht, oder aber das Spiel ist vieeeeel zu leicht. Das und die Zwischensequenzen, die so mitreißend sind wie Toastbrot, haben mir bzw. meinem Eindruck dann den Rest gegeben.

Zwischen den Missionen…

… kann man seinen Anzug bzw. seine Waffen aufwerten. Man kann, wenn man gut spielt, neue Anzüge freischalten und dann in Folgemissionen benutzen, allerdings fand ich das Menü bzw. die Nutzerführung hier dermaßen irreführend, das ich außer ein paar zusammengeklickten Kanonen nichts brauchbares zu Stande brachte. Viel zu komplex wie ich finde.

 

Fazit

Hätt ich wirklich in dem Anzug gesteckt – ich hätte mich am Liebsten mit dem Dosenöffner befreit … aber da man als Frau klischeemäßig ja nix drunter trägt, wenn man spielt, hab ich dann doch einfach nur den PS-Knopf gedrückt.

Ich glaube man muss schon ein richtig großer Fan sein, wenn man dieses Spiel haben will und wenn, dann wohl nur, damit es der Vollständigkeit halber mit im Regal steht. Und das obwohl zumindest versucht wurde die Filmcharaktere nachzubilden (ganz recht Jungs, Scarlett is auch dabei ^^). Das Fliegen macht irgendwie Spass nur kann man nicht weit und schnell fliegen. Zudem ist alles irgendwie eintönig und hat den Geschmack von „Wir brauchen auch irgendein Spiel zum Film“. Schade eigenltich, bedenkt man spannende Ansätze wie sie z.B. bei Riddick zu finden sind.