Retroreview: Beyond Good & Evil

Retroreview: Beyond Good & Evil

9. Juli 2010 - 17:32 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Zugegeben, mit einer sieben Jahre zurückliegenden Erscheinung, ist „Beyond  Good  & Evil“ kein wirkliches Retrospiel, doch ist es auch nicht mehr nagelneu. Beim kürzlich vorbeigegangenen Steam  Summer Sale  gab es „Beyond Good  & Evil“ für wenig Geld zu erstehen. Mein Freund war der Meinung dies sei ein Spiel das mir sicher gefallen würde und um es vorweg zu nehmen: er hatte Recht.

Wir schlüpfen in die Rolle der Reporterin Jade. Jades Heimatplanet Hillys wird von einer Alienrasse namens DomZ heimgesucht. Ständig verschwinden weitere Bewohner des Planeten und die zwielichtigen Soldaten der „Alpha Abteilung“ geben vor gegen diese Angriffe anzugehen. Doch alles ist anders. Jade findet raus, dass die Alpha Abteilung mit den Aliens unter einer Decke steckt nun liegt es an ihr die Entführten zu retten.

Nach der Installation des Spiels ergab sich ein Problem mit dem ich sicher nicht gerechnet hatte. Mein Rechner war zu schnell für das schon ältere Spiel. Alle Bilder rauschten an mir vorbei als hätte jemand die Vorspultaste gedrückt nur der Ton hatte seine normale Geschwindigkeit. Entsprechend verzerrt und bizarr war das ganze anzusehen. So war das Spiel nicht spielbar und eine Lösung musste her. Mein Freund und ich werkelten dann also etwas rum und mit einem kleinen Trick (fragt mich nicht wie) zwang mein Freund dann meinen Rechner, beim Spielen, nur einen Kern arbeiten zu lassen. Jetzt war die Lippensynchronität zwar immer noch nicht perfekt, aber es wurde spielbar.

Jetzt konnte ich mich endlich auf die total verrückte Story und die noch verrückteren Charaktere konzentrieren. Gleich zu Beginn hatte ich das Gefühl, das sich bei „Beyond Good & Evil“ die kreativsten Köpfe von Ubisoft zusammengefunden hatten und jeder seine Ideen mit einbringen wollte. So entstanden nicht etwa ein wildes, unpassendes Chaos, sondern ein paar hübsche Stilmixe.
Die meisten Charaktere waren spannend, tiefgehend oder wenigstens witzig. Einzig Jades Sidekick „Double H“ schien mir etwas langweilig und flach.

Die Optik von „Beyond Good & Evil“ ist auch nach sieben Jahren nicht veraltet. Das liegt an einem zeitlosen Comicstil, der nie den Anspruch auf Realismus erhob.
Die Steuerung des Spiels war wie bei den meisten Konsolenports etwas kompliziert und anstrengend. So musste ich, wenn ich schleichen wollte, meinen kleinen Finger einsetzen, um Shift zu drücken und ihn auch pausenlos in Benutzung lassen. Weil BGE darauf basiert sich möglichst an Gegnern vorbei zu schleichen wurde dies nach nicht allzulanger Zeit sehr schmerzhaft. Die Tastenbelegung konnte leider nicht geändert werden und auch ein Gamepad (welches ich eh nicht besitze) wird nicht unterstützt. So musste mein kleiner Finger eben leiden.

Außerdem nervte mich die Kameraführung sehr, denn mit Wechseln der Kameraperspektive wechselte auch die Steuerung. So lief ich zum Beispiel geradeaus, die Kamera wechselte die Ansicht und schon lief ich rückwärts.

„Beyond Good & Evil“ bietet ein abwechslungsreiches Gameplay mit vielen lustigen und spannenden Minispielen und die innovativen Ideen von 2003 scheinen auch heute nicht veraltet und machen Spaß. Das gesamte Spiel wird von eingängiger und passender Musik begleitet, die niemals zu aufdringlich wird.

Der größte Aufreger war für mich, der im Vergleich zum gesamten Spiel viel zu harte Endgegner, für den man mit viel Pech sehr lange braucht.

Fazit: Beyond Good & Evil ist auch nach sieben Jahren noch spannend und spaßig als wäre es ein neues Spiel. Mit 12 Stunden Spielzeit handelt es sich um einen netten Happen für zwischendurch.