The Kore Gang – Schräger Jump'n'Run Spaß

The Kore Gang – Schräger Jump'n'Run Spaß

15. September 2010 - 15:00 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Laaange hat The Kore Gang in der Entwicklung gesteckt und da waren meine Erwartungen natürlich groß. Was soll ich sagen: sie sind nicht enttäuscht worden. Mit The Kore Gang – Invasion der Inner-Irdischen präsentieren der deutsche Entwickler Pixonauts einen der besten nicht-nintendo Wii Titel, die ich seit langem spielen durfte. Details nach dem Click…

Allein die Story ist schon ein wenig abgedreht: Tief unter unseren Füßen brodelt es bedrohlich. Im sogenannten Crank Tank herrschen die Krank Brüder, ein höchst diabolisches Triumvirat, das die Invasion der Erdoberfläche mit einem Riesen-Bohrer plant. Zwischen ihnen und der Zerstörung der Menschheit stehen drei wackere Abenteurer, die sich mit Hilfe eines Roboteranzugs (Core-Suit) durch die wirsche Welt der Inner-Irdischen Cranks schlagen müssen. Pixie, die Extremsportlerin mit Kletter-Erfahrung, Madboy, der kernige Haudrauf mit den eisernen Fäusten und Rex, der schnelle und schnupperfreudige Hund. Auf ihrem verschlungenen Weg durch allerlei knifflige Passagen, Rätsel und Kampfsituationen führt sie Professor Samuelson, der Entwickler des Core-Suits, den die Krank Brüder gefangen halten.

Na, klingt das hinreichend spaßig? Noch viel spaßiger wird das Ganze durch die witzigen, schwarzhumorigen Dialoge, die auch eine saftige Portion Schwachsinn nicht vermissen lassen und vorbildlich eingesprochen sind. Oft fühlte ich mich an Lucas-Arts-mäßigen Oldschool-Schabernack erinnert und wurde ein wenig nostalgisch. Ein weiterer großer Pluspunkt von The Core Gang ist das detail- und einfallsreiche Level-Design. Das will bei 32 Leveln schon was heißen! Stellt euch eine Mischung aus Earth Worm Jim, Nightmare Before Christmas, einem beliebigen Rayman Titel und Ren & Stimpy vor. Schön gemachte Film-Sequenzen komplettieren den Eindruck von sprudelnder Kreativität und viel Liebe zum Detail. Die Grafik ist dabei völlig überzeugend (Wii halt). Der Trailer gibt einen ganz guten Einblick:

Auch das Gameplay an sich macht Spaß. Die Missionen sind allesamt extrem absurd, abwechslungsreich und nicht zu einfach (ich warne an dieser Stelle schonmal vor den sich bewegenden Kletter-Plattformen im Metall-Bananen Level. WUUUUT!!!). Sehr schön ist die Idee, dass der Core-Suit jedem der drei Charaktere verschiedene Fähigkeiten verleiht und man so ständig zwischen Pixie, Madboy und Rex wechselt. Pixie klettert und schwingt, Madboy prügelt und… prügelt und Rex ist schnell, hat eine feine Nase und gute Ohren. Zusammen ergibt das einen bunten Mix, der viel Spaß macht. Gespielt wird mit Wii Remote und Nunchuck, alles ganz sinnvoll eingesetzt, auch hier gibts von mir nix zu meckern.

Aber. Und dieses Aber ist bei so viel Lob doch relativ groß: Die Kameraführung und Steuerung ist furchtbar. Sowohl das Steuerkreuz als auch Z+Wiimote sollen eigentlich erlauben, eine ideale Sicht zu bekommen. Tun sie aber nicht, denn die Kamera stellt sich an, will hierhin nicht schwenken und dorthin nicht drehen. Vor allem die Sicht nach oben und unten ist problematisch und das führt dann dazu, dass man manchmal nicht sieht, wohin man läuft oder springt. Allerdings ist das tatsächlich auch das einzige, das ich an diesem Spiel auszusetzen habe (das und diese FURCHTBAREN Kletterplattformen!).

Ansonsten ist The Kore Gang – Invasion der Inner-Irdischen tatsächlich ein großaritger Jump’n’Run Spaß, den man getrost neben Super Mario Galaxy ins Regal stellen kann. Ist doch schön, dass sowas in Deutschland gemacht wird und dass die Idee nach 6 Jahren mit mehreren Enwickler- und Plattformwechseln so herrlich umgesetzt wurde. Bei einem so eigenständigen, wirschen und spaßigen Titel kann man die schlechte Kamerasteuerung schon irgendwie verschmerzen.

Ich führe jetzt einfach mal das x von 10 Punkten System ein und gebe The Kore Gang – Invasion der Inner-Irdischen eine 8 von 10.