Lego Star Wars: Die komplette Saga

Lego Star Wars: Die komplette Saga

24. Mai 2008 - 16:34 Uhr geschrieben von Dai-Lee

“Luke…die Macht ist stark in dir” – und in den Klötzen! Schon seit einiger Zeit gibt’s die klassische und die “neue” Trilogie von Star Wars in Bausteinform (siehe PC, PS2, PSP, Xbox & Gamecube). Doch erstmals wurden beide Sagen in ein einziges Spiel integriert. In “Lego Star Wars: Die komplette Saga” für die Wii, die Xbox 360, die PS3 und den DS könnt ihr die kompletten 6 SW Episoden nachspielen. In ureigenem Lego Charme.

Gameplay

Präsentiert wird das Ganze in Gestalt von Lego-Klötzen. Egal ob Gebäude, Maschinen, Spielfiguren oder Waffen, alles ist in familienfreundlicher Baustein-Optik gehalten. Die Athmosphäre ist in sich schlüssig und versprüht auf eine merkwürdige Art und Weise sogar so etwas wie Retro-Charme: Keine Synchronisation, Slapstick-Einlagen in Zwischensequenzen und eine musikalische Untermalung in Form von altbekannten und geliebten Star Wars Themen.

Seinen Anfang nimmt das Spiel in der Mos Eisley Cantina, die ihr erst zum Teil auskundschaften könnt. Am Anfang werdet ihr quasi gezwungen, Episode 1 durchzuspielen, was sich aber mit Bösewicht Darth Maul und einer Pod Racer Einlage des jungen Anakin Skywalker sehr flott und amüsant gestaltet. Nachdem ihr die 6 Level beendet und Darth Maul ordentlich eins übergebraten habt, steht euch frei, mit welcher Episode ihr als nächstes beginnt. Ob ihr alles in chronologisch richtiger Reihenfolge zockt oder euch wild durch die verschiedenen Episoden knüppelt, bleibt euch überlassen. Die Handlung zwischen den einzelnen Levels wird mit lustigen Cutscenes in Spieloptik vorangetrieben. Die Figuren werden herzhaft trottelig dargestellt, was den ein oder anderen Schmunzler auslöst. Gesprochen wird dabei nicht; alles Wichtige wird mit Mimik und Gestik der Spielfiguren ausgedrückt. Nach und nach schaltet ihr neue Buttons frei, die ihr sammeln könnt und die verschiedenste Figuren aus dem Star Wars Universum darstellen. Ansonsten spornt das Spiel mit über 160 erhaltbaren goldenen Legosteinen euren Sammeltrieb an. Diese erhaltet ihr z.B., wenn ihr einen Level erfolgreich abschließt. Sammelt ihr innerhalb einer Stage genug virtuelles Geld in Form von Bauklötzchen ein, erhaltet ihr wiederrum einen zusätzlichen, goldfarbenen Extra-Stein. Von eurem hart erarbeiteten Zaster könnt ihr euch aber auch witzige Extras wie Verkleidungen kaufen.

Charaktere

Solltet ihr nicht wirklich Lust auf eine richtige Mission haben, könnt ihr euch immer noch einen komplett eigenen Charakter aus bisher erhaltenen Outfits zusammenbasteln. So ist eine Figur mit Darth Vader Helm und Bikini Oberteil ebenfalls möglich. Der Kreativität sind zwar enge Grenzen gesetzt, aber trotzdem wurde hier ein nettes Feature integriert, dass vor allem kleine Bastelfreunde begeistern dürfte. Mit dem selbsterstellten Protagonisten könnt ihr bisher im Storymodus freigschaltete Level erneut absolvieren und auf Geld- oder Geheimnissuche gehen. Es ist ohnehin empfehlenswert, jedes Level mit verschiedenen Figuren erneut abzuklappern. Orte, die ihr vorher im Storymodus mit dem vorgegebenen Jedi nicht besuchen konntet, könnt ihr dann eventuell mit einem Sturmtruppenmitglied erreichen.
Der Mehrspielermodus gestaltet sich recht nett: registriert z.B. an eurer Wii eine zweite Wiimote und erkundet zusammen mit einem Freund / einer Freundin die Star Wars Welt. Nichts bahnbrechendes, aber eine willkommene Zusatzoption. Sollte sich kein bereitwilliger Mitspieler finden, ist das kein Hals- und Beinbruch. Ihr seit auch im Einzelspieler-Modus meist mit einer Gruppe von Figuren unterwegs, die der Computer steuert, wenn ihr keinen Mitstreiter habt. Leider sind die KI Recken nicht sonderlich intelligent und laufen des öfteren ins Sperrfeuer. Richtigen Geleitschutz könnt ihr euch also nicht erhoffen. Wengstens gibt es die Möglichkeit, schnell zwischen allen Figuren hin und her zu zappen. Mit einem Druck auf die richtige Taste schlüpft ihr so z.B. aus dem Metall R2D2’s in die Haut von Luke Skywalker. Dies ist an manchen Stellen zum Lösen diverser Rätsel auch erforderlich, da nur bestimmte Charaktere spezielle Fähigkeiten haben. So sind die Jedis gedacht, Dinge schweben zu lassen und weiter entfernte Schalter zu aktivieren, während die Roboter Schlösser knacken können.

Grafik

Insgesamt lässt sich sagen, dass das Spiel sehr liebevoll gestaltet wurde. Jedes Klötzchenwesen lässt sich sofort seinem aus den Filmen bekanntem Pendant zuordnen. Die klassischen Star Wars Melodien und das Massenschlachtenfeeling inklusive umherfliegender Legosteine entfalten einen ganz eigenen Charme. Die Steuerung ist eingängig und nach ein paar Minuten fix erlernt und verinnerlicht. Die Level werden immer wieder mit kleineren Rätseleinlagen aufgelockert, die nicht allzu knackig ausgefallen sind, so dass niemand an ihnen verzweifeln sollte.

Fazit

Lego Star Wars ist nicht nur für die Kleinsten empfehlenswert, sondern für alle Leute, die die Star Wars und Lego Franchises mögen und Gefallen an einem Haufen Action finden. Letztens sagte ein Kollege zu mir: “Ist man in unserem Alter nicht zu alt für solche Spiele?” Darauf meinte ich zu ihm: “Ist man denn je zu alt für etwas, dass einem Spaß macht?”. Letztendlich muss jeder die Altersfrage aber für sich beantworten. Der einzige gröbere Kritikpunkt, der mir aufgefallen ist, ist die mangelnde Abwechslung. Nach einigen Spielstunden stellt sich doch eine gewisse Müdigkeit ein, da der Spielablauf kaum variiert und immer ähnlich geartet bleibt. Wer damit Leben kann und ein nettes Action Adventure sucht, ist hier gut aufgehoben. Zur Not wartet man, bis das Spiel in der örtlichen Grabbelkiste liegt und für die Hälfte des Preises zu haben ist.