Auf in die Schlacht

Auf in die Schlacht

25. Juni 2008 - 19:33 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Du wolltest schon immer mal virtuell in die Schlacht ziehen und dein taktisches Können im Kampf gegen den Feind zur Geltung bringen? Du hast zudem einen Faibel für portable Konsolen und Kriegsmetaphorik? Dann könnte “Stratego: Next Edition” für den Nintendo DS genau das Richtige für dich sein!

Inhalt
Stratego: Next Edition für Nintendo’s Kleinsten ist die mobile Variante des Brettspielklassikers. Aber worum geht’s eigentlich genau? Ihr seid Herrscher über eine 10 bis 40 köpfige Streitmacht (je nach Spielvariante), die sich aus verschiedenrangigen Soldaten zusammensetzt. Jeder Gruppierung euerer Truppe wird eine Einheitennummer zugewiesen, so erhält die stärkste und wichtigste Einheit, der Feldmarschall (eure Truppe besitzt nur einen), etwa die Nummer “10″. Er kann jeden anderen Soldaten bezwingen, da er die höchste Ziffer sein Eigen nennt. Während die Aufklärer in eurer Truppe z.B. die Zahl “2″ tragen und somit sehr verwundbar sind. Die schwächste Einheit, die Spionin, trägt wiederum eine “1″ und kann somit von jeder feindlichen Einheit mit einem Schlag besiegt werden. Sie hat aber gleichzeitig als einzige Person die Möglichkeit, den gegnerischen Feldmarschall zu bezwingen. Dieses “Nummernsystem” zieht sich durch’s ganze Spiel. Hohe Zahl gewinnt gegen niedrige, Spionin schlägt Feldmarschall, Mineure entschärfen Bomben und Aufklärer dürfen im Gegensatz zu allen anderen Einheiten mehrere Felder auf einmal weiterziehen.

Was aber ist das eigentliche Ziel des Spiels? Oberste Priorität genießt die Eroberung der feindlichen Flagge. Sowohl der Computer als auch ihr seht nicht, wo sich eben diese im gegnerischen Gebiet befindet und müsst euch nun geschickt den Weg zur Fahne des Opponenten vorkämpfen, dürft die Verteidigung eurer eigenen dabei aber nicht vernachlässigen. Ihr seht erst, welche Einheiten sich hinter den gegnerischen Figuren befinden, wenn ihr diese angreift. So müsst ihr genau taktieren, wie ihr mit euren Charakteren umgeht.

Das hört sich jetzt vielleicht alles kompliziert an, aber sobald man zwei Runden gespielt hat, hat man das Konzept verinnerlicht. Es ist auch für totale Stratego-Neulinge und Nichtkenner des Brettspiels leicht zu erlernen. Ich kannte z.B. das Brettspiel-Pendant vorher überhaupt nicht, aber habe mich virtuell schnell eingefunden. Somit kann das Spiel auch Anfängern an’s Herz gelegt werden.
Stratego könnt ihr im Einzelspielermodus in verschiedenen Varianten spielen: Stratego Original (40 Figuren je Spielpartei), Stratego 90° (Das Spielfeld wird um 90 Grad gedreht) und Stratego Duell (nur 10 Einheiten je Partei). Solltet ihr den Mehrspielermodus antesten, erwarten euch in Form von Open Stratego (Alle Einheiten sind für beide Beteiligten sofort sichtbar; es gibt kein “Herantasten” mehr) und Custom Stratego (10 verschiedene, neue Regeln kommen zum Einsatz, wie z.B. “unbekannter Verteidiger”: seid ihr als Angreifer aktiv, könnt ihr die Einheiten des Gegners nicht sehen, dieser hat wiederum vollen Einblick in eure Aufstellung). Leider konnte ich auf Grund eines fehlenden, zweiten DS den Multiplayer Modus nicht antesten. Da dieser am grundlegenden Spielprinzip aber nicht viel ändert, ist eine exakte Analyse zweitrangig.



Handling

Die Steuerung erfolgt wie gehabt via Touchpen und funktioniert einwandfrei. Ihr müsst keine Tasten drücken, sondern kümmert euch nur um das Verschieben eurer Einheiten via DS Stift. Die Erkennung verläuft exakt und schnell; ihr solltet aber wirklich mit dem Stylus spielen und nicht mit dem Finger auf den Screen tippen, da die Einheiten ziemlich klein angezeigt werden auf dem Display und ihr diese sonst nicht punktgenau anvisieren könnt.

Grafik

Schlichte, aber vollkommen ausreichende optische Präsentation im Comicstil, die sich ganz dem Kriegsaspekt verschrieben hat und dementsprechend heroische Mannen in schillernden Gewändern zeigt. Animationen und Effekte gibt’s quasi keine, aber das sind für ein reines, mobiles Strategiespiel auch eher nebensächliche Aspekte. Hier geht es um’s Nachdenken, nicht um Effektprotzerei. Die Grafik garantiert im Gegenzug aber Übersichtlichkeit, was gerade hier von Bedeutung ist.

Sound
Wie die Grafik kommt auch der Sound etwas kurz, da er mehr oder weniger nur aus einem Jingle besteht, der sich kontinuerlich wiederholt. Das stört aber keineswegs und gerät auch schnell zur Nebensächlichkeit. Die Effekte passen zur Kriegsthematik und kommen in Form von Kanonenschüssen und Schwertklirren daher.

Fazit

Insgesamt bin ich von Stratego angenehm überrascht. Ich kannte, wie schon erwähnt, die Brettspielvariante vorher überhaupt nicht und hatte am Anfang die Befürchtung, die Regeln nicht durchblicken zu können. Dieser Zweifel war nach 5 Minuten aber wie weggeblasen, ein im Spiel optional anwählbares Tutorial erklärte das Grundprinzip rasch und gut, so dass ich mich schnell zurecht gefunden habe. Der Comicstil gefällt mir und das Game bietet überraschend viele taktische Möglichkeiten. Wer sich gerne in ein Spiel reindenkt und keinen Wert auf knallharte Action für unterwegs legt, sondern ein nettes Strategiegame für zwischendurch sucht, ist mit Stratego gut beraten. Gerade die Möglichkeit, vom Computer vorgegebene, so wie selbst entworfene Aufstellungen zu benutzen, gefällt mir. Mit Stratego wird die ein oder andere Bahnfahrt bestimmt schneller rumgehen.