Die Macht ist mit Soul Calibur IV

Die Macht ist mit Soul Calibur IV

27. August 2008 - 17:26 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Taugt das neue Prügelspiel aus dem Hause Namco Bandai nun eigentlich was? Ich habe Soulcalibur IV auf den Zahn gefühlt.
Der Vorspann zeigt deutlich welche Fortschritte im grafischen Bereich gemacht wurden. Die Charakterdetails sind sehr sorgfältig und ein reger Augenschmauß. Die Story – die zwar in jedem Beat’em Up eher lau ist – kommt hier aber nicht so Recht zur Geltung.

Grafik und Sound
Soulcalibur IV ist ohne Frage auf der PS3 und der XBox 360 gut aufgehoben. Das Potential der beiden Konsolen wird sehr gut ausgenutzt. Die Charaktermodelle sehen genauso aus wie in den Rendersequenzen – es gibt quasi keinen Unterschied. Die Arenen sind ebenfalls Detailverliebt aufgebaut und sorgen für die nötige Stimmung der Kämpfe.
Die Musik unterstreicht die Arenen sehr gut. Klang der Schläge und aufeinanderprallenden Waffen sind klar und passend, die Stimmen ebenso verständlich. Darth Vader klingt allerdings etwas seltsam, wenn er zu Boden geht. Allem in allem aber sehr gelungen.

Geld und Ausrüstung

Zu Beginn startet man mit 20.000, womit man sich schon einige Dinge für einen Selbsterstellten Charakter kaufen kann. Alternativ kauft man einfach ein paar Kämpfer frei. In Soulcalibur IV erhält man für die Kämpfe Geld, welches man hauptsächlich in neue Ausrüstung steckt. Denn auch die Standartkämpfer sind damit aufrüstbar.
Manchmal schaltet man auch spezielle Gegenstände frei (Ein neues Lichtschwert für Lord Vader nach Abschluss des Story-Modus mit ihm) oder kann im Schicksalsturm-Modus gezielt auf Item-Jagd gehen indem man bestimmte Vorraussetzungen beim Kämpfen erfüllt. Damit ist wenigstens für eine gewisse Langzeitmotivation gesorgt.

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Arenen
Leider sind die Arenen in Soulcalibur IV nicht interaktiv wie erst angekündigt. Man kämpft in starren Abschnitten, wovon einige einen vergleichsweise verwaschenen Hintergrund haben (besonders aufgefallen war mir das in der Eis-Zone). Es ist aber wieder alles dabei: Von der Turmspitze mit einem großen Abgrund über einen Thronsaal mit Ritterstatuen bis zum Käfig in einem Zirkus hat hat man eine breite Auswahl die lange bei Laune hält.
Zu Anfang wirken die Auswählbaren Arenen noch spärlich, es können aber weitere nach und nach freigeschaltet werden.
Charaktererschaffung
Die vorgegebenen Kämpfer sind im Laufe des Spielgeschehens freischalt- oder kaufbar. Jeder von den über 20 Charakteren hat einen komplett eigenen Kampfstil und Bewegungen. Zudem sind auch Änderungen an diesen Charakteren mittels Ausrüstung möglich.
Wirklich gut gelungen ist die Erschaffung eines eigenen Kämpfers, die zwar auf den Standartkämpfern aufgebaut ist, aber für einen individuelleren Touch sorgt. Ich habe viel Geld und Zeit in meine Kämpferin investiert bis ich zufrieden war. Denn leider ist dabei nicht zwingend das Aussehen entscheident – sondern die verschiedenen Boni der Ausrüstung. Zum Glück kann man die Farben der Ausrüstungsgegenstände anpassen, damit nachher alles zusammenpasst  
Auch hier gilt: Umso mehr ihr schon gespielt habt, umso mehr Auswahl an Ausrüstung gibt es. Das man damit seiner Kreativität freien Lauf geben kann, macht dieses Video deutlich:

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Spielmodi
Die große Neuerung in Soulcalibur IV ist der Online-Modus, allerdings gibt es darüber nicht viel zu erzählen. Man kann eine Freundesliste pflegen und damit gezielt gegen jemanden kämpfen oder man sucht sich Zufallsgegner aus aller Welt. Die Auswahl der Spielmodi unterscheidet sich hier aber nicht von dem offline Multiplayer-Modus.
Dabei kann man auswählen, ob man Kämpfe ohne Effekte von Ausrüstung, Waffen und Fähigkeiten oder mit dem gesamten Paket ausüben will. Im Singleplayer-Modus kommen hier noch der Arcade-, Story- und Schicksalsturm-Modus hinzu.
Der Arcade-Modus beläuft sich auf acht Stufen in denen ihr nacheinander immer schwerer erdende Gegner bekämpft. Das übliche Repertoire eines Beat’em Ups eben.
Der Story-Modus von Soulcalibur IV hat mich ziemlich enttäuscht. Nach bereits fünf Arenen ist dieser auch schon wieder vorbei. Einziger Wehrmutstropfen hierbei ist, dass man pro Arena mehrere Gegner hintereinander besiegen muss ohne zwischendurch zu sterben. Auch die lange Textpassage am Anfang des Story-Modus hätte man anders umsetzen können – vielleicht mit einer Sequenz. Ebenfalls ist das Ende des Story-Modus eher mau ausgefallen. Jeder Kämpfer bekommt hier zwar sein eigenes Ende, allerdings ist dies wenig spektakulär. Dafür hätte man sich wirklich mehr Zeit nehmen können.
Der Schicksalsturm hingegen ist eine gute Idee gewesen. Hierbei geht es darum sich entweder bis zur Turmspitze hochzukloppen oder in endlosen Levels in die Kerker des Turmes vorzuwagen. Jede Etage birgt außerdem ein freispielbares Item, welches mittels bestimmter Aufgaben in Eure Sammlung gelangt. Mein erstes Item in der ersten Etage erhielt ich durch die Erfüllung von “Nehmt keinen Schaden”.

Auch in diesem Modus kämpft man gegen mehrere Gegner hintereinander in einer Arena. Zudem kann man zu Beginn zwei Figuren auwählen mit denen man sich in den Turm begeben will und zwischen den Beide hin- und herwechseln.

Fazit
Irgendwie kann ich mich dem Hype um das Spiel nicht so ganz anschließen.  Wäre die Itemjagd nicht für den genialen Charakterdesigner, wäre das Spiel extrem kurzweilig und es gäbe wenig freizuspielen. Für eine Prügelrunde zwischendurch ist Soulcalibur IV dennoch die erste Wahl, da es allein mit der Grafik und der Einsteigerfreundlichkeit Trumpft.
Übrigens hat mich gerade der Charakterdesigner fasziniert und spornt durchaus dazu an sich durch die anderen Kampfmodi zu prügeln um noch mehr Ausrüstungsgegenstände einzusammeln. Da hat Namco Bandai ein mächtiges Tool erschaffen – das wünsche ich mir in einigen MMORPGs auch so