Spore Special – Reise durch die Evolution – Teil 1

Spore Special – Reise durch die Evolution – Teil 1

24. September 2008 - 18:45 Uhr geschrieben von Dai-Lee

»Spore«, ein vielfach gelobtes aber auch kritisiertes Spiel, ist nun für Jedermann erhältlich und gibt dem Spieler alle Stellschrauben in die Hand, um der Evolution mal so gehörig zu zeigen wo es lang geht. Soweit zumindest versprechen es die vielen offiziellen Pressetexte und Verpackung.

Ob im neuen Werk von Maxis nun aber auch wirklich „Darwin drin“ ist soll unsere fünfteilige Serie offenbaren. Durch alle fünf Phasen des Spore-Evolutions-Spektrums begleiten wir die Bewohner des Planeten Aquatia auf Ihrem Weg aus der Ursuppe ins Universum. Wir fangen mit der Zellphase an

Die Zellphase

1. Generation
»KRACHPENG! – Was war das?
Wenn ein Tag schon so anfängt, dann kann eigentlich nichts Gutes dabei heraus kommen.
Noch eben habe ich geschlafen und alles war schön – jetzt finde ich mich in einer quirligen Umgebung wieder, wo es laut ist und ständig irgendwelche andere Kreaturen vorbeischwimmen.
Ist das hier die »Ursuppe«? Ich bin ja ganz alleine hier. Seltsam.
Ich versuche mich zu bewegen und komme nur mühsam von der Stelle. Plötzlich wird es über mir dunkel. Ein riesiger Pfeil fliegt über mich hinweg und tippt mit auf einen Ort weiter rechts von mir. Eingeschüchtert folge ich – Hier gibt es Futter! Die Hand meint es gut mit mir. Ist sie Gott?
Ich folge ihm und werde satt… das kann nicht schlecht sein.
Als Vollblut-Vegetarier hier etwas zu entdecken hätte ich nicht für möglich gehalten, aber hier gibt es gleich so viel leckere grüne Algen, das ich wachse und wachse.
Ich bin schon der Vermutung nahe wirklich ganz alleine hier zu sein, als plötzlich liebliche Laute an mein Ohr dringen. Der Pfeil zeigt auf die Quelle des Geräusches und ich bin alles andere als abgeneigt ihm zu folgen. Plötzlich sehe ich ihn. Ein stattlicher, adretter und gut trainierter Schwimmer in meinen Alter. Wir umschwimmen uns und singen, so das es nur so vor Herzlichkeit sprüht … das ist der Himmel auf Erden… naja… oder in der Ursuppe halt.
Unser Sohnemann ist ein hübscher Bursche geworden. Er hat jetzt 3 Augen, wobei ich mich frage, wie das sein kann… von uns direkt kann er es nicht haben und auch der plötzliche Farbwechsel von gelb zu blau ist uns etwas schleierhaft, aber wir lieben ihn, er ist unser ganzer Stolz und wird es sicher noch weit bringen.«

2. Generation

»Tja hier bin ich. Mama hat mir schon von „Gott“ berichtet. Ich persönlich glaube ja nicht an so etwas, aber ich erinnere mich daran, dass irgendwer oder irgendwas mich zu dem gemacht hat, der ich heute bin. Hier ein Auge, da ein wenig an der Körperform getuned, dann ein neuer Anstrich… toll.
Ich weiß nur dass mein Sprung ins Leben geprägt war durch Begegnungen der dritten Art.
Zum Beispiel dieser „Beißer“, der an mir vorbeischwimmt und mich plötzlich angreift und ich mit Not die Flucht ergreife.
Dann plötzlich dieser „Booster“, bei dem ich mich jetzt aber zur Wehr setze und ihm den Gar ausmache. Gefressen und gefressen werden… aber ich plädiere definitiv auf Notwehr… Naja, wenigstens hab ich jetzt eine Ahnung wie diese Düse funktioniert, die dieser Booster-Flitzer benutzt hat… werde das mal meinen Kinderlein beibringen, wenn ich noch welche haben darf, denn die Viecher die mich verfolgen werden immer größer… Wobei… ich weiß nicht, vielleicht hab ich ja schon Kinder… da war mal diese eine die ich hinter dem großen Algenbusch kennen gelernt hab…«

3. Generation
»Mein Vater? Keine Ahnung wer das war. Mama hab ich auch ewig nicht mehr gesehen. Aber was soll ich mich beklagen, mit meinem Extra-Stachel und mit meinem Stromlinien-Körper bin ich der Star an jedem Buffet und wer mir komisch kommt, der bereut seine Entscheidung… So wie dieser Dicke, dem ich erstmal seine Flossen abgenommen habe. Aber ich erinnere mich an dieses riesige Ungetüm, was mich eine ganze Zeit jagte. Ich dachte schon ich komm da nicht mehr lebend raus, aber irgendwie hab ich es doch noch geschafft und hab mich gemäßigt. Ich lebe jetzt mit einer netten Frau zusammen und wir haben ein wunderschönes Töchterlein.«

4. Generation

»Ja, ich bin die klügste in unserer Familie, schließlich habe ich so viel gefressen, bis ich irgendwann ein Gehirn bekommen hab. Na klar, denn ich war ja auch immer schneller als die anderen am Futter. Mama sagt, dass ich diese Düse von meinen Großeltern hab. Ich find sie toll und mein Mann auch.«

5. Generation

»Gestatten „Aquatia Gelbi“, benannt wegen meiner Farbe. Ich stehe sozusagen kurz davor, den Schlamm der Ursuppe zu verlassen, denn selbst mit meinen Flossen, die es mir erlauben mich blitzschnell zu drehen und etwaigen Feinden auszuweichen, ist das hier kein Spass mehr. Ich kann fressen was ich will, ich kann mich paaren mit wem ich will… all das bringt mich nicht mehr weiter…
Schreibt meinen Verwandten und grüßt sie von mir… ich betrete jetzt neue unbekannte Länderein.«

Fazit
Das war also die Ursuppe.
Ich persönlich habe meinen Spass daran gefunden mich durch’s kühle Nass zu schlängeln, auch wenn ich mir hier und da etwas mehr Kontrolle gewünscht hätte, denn ohne das man es unbedingt möchte, kommt es schon das eine oder andere Mal vor, das man einem Mitschwimmer in die Seite piekst.
Die Zellphase, die hier auch gleichzeitig für die Einführung des Kreaturen-Editors und den Grundgedanken einführt, ist zudem auch relativ kurz, aber um ehrlich zu sein, kann man es irgendwann auch kaum mehr erwarten, an Land zu gehen und den nächsten Schritt der Evolution anzugehen.