Es wird wieder gesiedelt!

Es wird wieder gesiedelt!

3. November 2008 - 16:16 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Eigentlich liebe ich Aufbau-Strategiespiele, leider fehlt mir mit Kind oft die Zeit dazu. Nichts desto trotz konnte ich mir erst kürzlich etwas Zeit reservieren um Die Siedler – Aufbruch der Kulturen zu spielen…
Dieses Spiel basiert auf dem Regelwerk von Siedler II – welches mir persönlich am besten gefiel. Anders als Die Siedler II – Next Generation handelt es sich um weitaus mehr als nur ein Remake.

Spielprinzip
Kurz für alle, die noch kein Spiel aus der Siedler-Serie gespielt haben: Die Siedler sind – wie der Name schon sagt – dazu ‘verdammt’ unter Eurem Kommando zu siedeln. Dabei muss man auf Aspekte wie ein funktionierendes Wirtschafts- und Militärsystem, vernünftige Transportwege für Waren oder richtiges einteilen der vorhandenen Ressourcen achten. Ein typisches Aufbau-Strategiespiel eben.

Steuerung

Die Steuerung ist quasi identisch mit den Vorgängern: Man hat Symbole zur Auswahlhilfe eines Gebäudestandorts, wodurch man ganz genau sehen kann wo was hinpassen würde. Das Heranzoomen an die Siedler befiedigt meine Ansprüche vollkommen – dem Gewusel von Nahem zuzusehen ist einfach ein Muss  Zusätzlich darf man per gedrückter rechter Maustaste das Geschehen drehen wie man will – lässt man los schnallt die Kamera wieder in die Grundposition zurück.
Kompakte Übersicht
Nicht nur, dass mir die Grafik sehr gefällt – auch wurde überall an besserer Übersicht gefeilt. Unnütze Dinge wurden wurden weggelassen und das Meiste sieht man dadurch auf einen Blick: In den Gebäudeanzeigen sieht man neben dem Status (Produktivität in Prozent, Im Bau, Bau gestoppt etc.) auch direkt welche Rohstoffe benötigt werden, gerade auf dem Weg oder nicht verfügbar sind.
Außerdem sieht man sofort woher die benötigte Ware kommen könnte und was man dafür wiederum benötigt. Zum Beispiel bei der Brezelbäckerei der Bajuwaren kann man genau sehen wo das Salz herkommt (Salzmine) und was dort benötigt wird um das Salz zu produzieren (Fisch). Das gefällt mir sehr gut und ist nicht nur Einsteigern eine große Hilfe um die Übersicht zu behalten.
Ebenfalls zur kompakten Übersicht gehört auch die Rohstoffanzeige rechts oben im Spielbildschirm. Nicht nur, dass man per Klick die vier gewünschten Waren mit der aktuell vorhandenen Menge angezeigt bekommt – es wird sogar angezeigt, wieviele Rohstoffe dieser Sorte noch benötigt werden: Wenn dort zum Beispiel steht ‘Bretter 2 | -22′ hat man wahrscheinlich viele Baustellen, die noch beliefert werden müssen. Hier sollte man mal nachsehen ob man genügend Sägewerke besitzt  
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Spielen lernen
Ein Tutorial gibt es leider nicht – Dafür Tipps zum Spiel, welche man sich besonders als Neueinsteiger durchlesen sollte. Gibt es etwas Neues zu lernen, werden auch neue Tipps angezeigt, die man nach Bedarf anzeigen lassen kann. Die Tippsammlung ist dann dezent über der Karte platziert.
Ab und zu gibt es einen etwas ‘aufdringlicheren’ Tipp mit Kamerafahrt um das betroffene Gebäude – zum Beispiel das überlastete Sägewerk. Mich haben diese ‘Schläge mit dem Holzpfahl’ aber nicht gestört  
Dem Spiel liegt eine Übersichtskarte zu den Technologiebäumen bei und auch ein Blick in die Bedienungsanleitung lohnt sich auf jeden Fall. Einsteiger werden leider nicht an die Hand genommen und müssen mit der kompletten Gebäudeliste von Anfang an zurechtkommen. Hier hätte man neben den 11 Missionen der Kampagne vielleicht doch ein Tutorial dazusetzen sollen.
Neuerungen zum Siedler II Regelwerk
Vieles wurde nochmal ein Stück besser gemacht: Zum Beispiel bildet man nicht mehr einzelne Geologen aus und scheucht diese an eine Fahne. Stattdessen gibt es jetzt ein Geologen-Zelt, von dem aus ganz automatisch ein fleißiger Geologe loszieht um die Umgebung nach Bodenschätzen abzusuchen. Extrem hilfreich!
Desweiteren gibt es nicht mehr ‘zig verschiedene Werkzeuge, sondern nur noch eine Werkzeug-Ware die alle zusammenfasst. Wie oft habe ich mich damals geärgert, dass ich zuwenig Hämmer oder Äxte hatte, dafür aber einen Sichelüberschuss – und nichts ging mehr voran. Diese Neuerung ist ein klarer Bonus  
Neu sind auch die Opferungen, welche teilweise erst erforscht werden müssen und dann mittels bestimmter Waren vorbereitet und eingesetzt werden können. Das gab es so ähnlich zwar schon in Siedler III, ist für das Siedler II Regelwerk aber neu und in Aufbruch der Kulturen schön umgesetzt.
Die drei Völker, namentlich Bajuvaren, Ägypter und Schotten haben ganz eigene Technologiebäume und spielen sich so auch wirklich unterschiedlich – im Original Siedler II sahen da lediglich die Gebäude etwas anders aus oder benötigten leicht veränderte Waren zum Bau. Hier muss man sich sein Volk schon sehr genau anschauen. Ich bin gespannt ob es eine Erweiterung mit neuen Völkern geben wird  
Was ich mir noch gewünscht hätte ist die Möglichkeit das Abbaugebiet der Gebäude festzulegen – ein Bereich für den Bauernhof wo die Felder bestellt werden, das Gewässer für den Fischer oder das Anbaugebiet für den Förster. Ich bin mir besonders bei meinen Steinmetzen nicht immer ganz sicher ob die mal eine stärkere Brille gebrauchen könnten…
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Fazit
Sieht man mal davon ab, dass sich ein Neueinsteiger zuerst mit den Tipps und der Bedienungsanleitung auseinandersetzen muss, um zu verstehen wie man spielt, ist Die Siedler – Aufbruch der Kulturen sehr zu empfehlen.
Selbst wenn man die Missionen durchgespielt hat bleibt einem noch immer das freie Spiel oder die Herausforderung gegen menschliche Gegner in der Lobby. Ich vermute mal, dass diese noch sehr lange gefüllt sein wird – ich kann zu dem Gewusel der Siedler nur sagen: Suchtgefahr! Ihr glaubt gar nicht wie schnell die Zeit vergehen kann…