Bioshock auf der PS3

Bioshock auf der PS3

4. Dezember 2008 - 17:40 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Feuer, alles um mich herum brennt. Luft, Luft zum Atmen! Ich muss wieder auftauchen und zwar schnell! Rotoren schreddern sich durch das kalte Wasser, aber ich habe Glück und kann mich zu einem Leuchtturm mitten im Meer retten. Moment – mitten im Meer? Wendet sich nach diesem Flugzeugabsturz doch noch alles zum Guten? Mein Misstrauen soll nicht enttäuscht werden…

Willkommen in Rapture!
Mir wird ganz flau im Magen, als ich in die Taucherglocke steige. Noch während diese abwärts ins tödliche Nass sinkt, teilt mir eine Videoaufzeichnung mit, dass ich jetzt eine Unterwasserstadt namens Rapture betreten werde. Dort wo alles besser und freier sein soll als in der Oberwelt. Doch was ich vorfinde ist ein Ort des Grauens…

Noch bevor ich mich in die zuerst verlassen wirkende Stadt wage nimmt jemand namens Atlas Funkkontakt zu mir auf. Er weißt mich in die wichtigsten Dinge ein die man in Rapture beachten sollte um zu überleben und bittet mich im gleichen Zug darum seine Familie zu retten. Noch ist mir nicht klar, warum ich nicht einfach wieder kehrt mache und diesen skurilen Ort verlasse… irgendwann werde ich aber dahinter kommen…

Später…

Atlas klärt mich gerade über die sogenannten Little Sisters auf: Kleine Mädchen, welche toten Menschen mittels einer überdimensionalen Spritze Zellen entnehmen und daraus ADAM machen. Der Grundstoff für all’ die Plasmide, welche in Rapture hergestellt wurden. Nichts verstanden? Ich erkläre es einmal genauer:

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ADAM:
Damit war es möglich den menschlichen Körper genetisch zu verändern. Aus ADAM wurden spezifische Plasmide hergestellt, dazu gleich mehr. Mit ADAM kann man sich außerdem neue Slots für die gleichzeitig tragbaren Plasmide und Tonika an bestimmten Automaten zulegen. Auch ein größerer Lebensenergie- oder EVE-Speicher sind nur mit ADAM erwerbbar. Leider produzieren nur Little Sisters das heiß begehrte ADAM. Alles hat seinen Preis… der Grund also, warum in Rapture nur noch verrückte Psychophaten mit Mordlust herumlaufen: ADAM zersetzt nach und nach das menschliche Gehirn.
Plasmide: Heftiges Zeug, der erste Plasmid den ich fand katapultierte mich beinahe ins Koma. Doch danach fühlt man sich wie Gott: Blitze aus der eigenen Hand in Gegnerhorden schleudern hat schon was und ist sehr praktisch, um diese zu betäuben und anschließend mit Munition zu ‘füttern’. Auch spätere Plasmide wie Telekinese oder das Schleudern von Feuer haben ihren Nutzen. Plasmide werden mit EVE gespeist – geht dir das EVE aus, kannst du dich nur noch mit roher Waffengewalt zur Wehr setzen.
EVE: Spritzen mit EVE gibt es überall in Rapture zu finden, auch die wahnsinnigen Bewohner tragen oft welche bei sich und gehen sich dafür sogar gegenseitig an die Gurgel. EVE speist die Plasmide – ohne EVE wären diese nutzlos.
Tonika: Wo die Plasmide direkte Angriffsmanöver sind, nutzt man Tonika, um seinen Körper passiv zu verändern. Dabei wird noch in mehreren Kategorien unterschieden. Zum Beispiel zählt die Panzerhaut zu den Kampftonika, aber Hackers Delight zu den Geist-Tonika. Jede Kategorie hat ihre eigenen Slots, welche man auch erst freischalten muss – wie bei den Plasmiden.

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Big Daddy
Zurück zu der Little Sister, welche gerade mit einem Kinderlied auf den Lippen eine Leiche zerstochert. Nachdem ich mich auf Rat von Atlas dem skurilen Mädchen nicht weiter genähert habe, werde ich Augenzeuge was passiert wäre, hätte ich es doch getan: Einer dieser Wahnsinnigen (im allgemeinen Slicer genannt) hat versucht sich das Mädchen zu schnappen und wurde kurzerhand von einem Typ mit monströsem, schwer gepanzertem Taucheranzug in die nächste Wand gerammt.

Während Atlas mir mitteilt, dass es sich bei diesem Koloss um einen Big Daddy handelt – dessen einzige Aufgabe darin besteht Little Sisters zu beschützen – betrachte ich das überdimensionale Bohrwerkzeug dieses Big Daddys skeptisch und ahne, dass auch ich noch das Vergnügen mit diesen seltsamen Artgenossen haben werde…

Tonbänder
Diese ganze Stadt dreht durch, ich habe mir mal wieder eines der herumliegenden Tonbänder angehört und wurde Zeuge der defekten Gemüter von Raptures Bewohnern. Nicht nur, dass hier überall Slicer ihr tödliches Unwesen treiben, die Machthungrigen und Mächtigen dieser Stadt haben allerlei kranken Unsinn angestrebt und verwirklicht. Der Erbauer von Rapture soll sogar noch am Leben sein und verfolgt meine Schritte genau, legt mir Steine in den Weg – jedenfalls nach Atlas‘ Aussage. Ich werde das dumme Gefühl nicht los hier in einem üblen Machtkampf verwickelt zu sein…

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Technisches
Wagen wir einen Schritt in die Realität zurück – fern von der unheimlichen Grundstimmung, die Bioshock so genial vermittelt. Das Spiel war bereits seit dem 24. August 2007 für PC und XBox 360 erhältlich und ist nun (seit dem 17. Oktober 2008) auch für die Playstation 3 erschienen. Grafisch hat sich seit dieser Zeit nichts getan – auch wurde am Inhalt nichts gedreht. Die ‘Verspätung’ wurde durch kostenpflichtige Challenge-Rooms ausgeglichen… zudem wird immer mal ein Patch nachgeworfen.
Übrigens ist die deutsche ab 18-Version etwas geschnitten: Verbrennungen an den Gegnern wurden optisch etwas harmloser dargestellt – die finde ich aber noch immer authentisch. Auch die Splatter-Effekte sind heruntergesetzt, den roten Lebenssaft gibt es dennoch genug zu sehen: Rapture ist voll von unmoralischen Bildern jeglicher Art…

Fazit
Bioshock strotzt vor kranker Ideen was die Story betrifft, der rollenspielerische Anteil mit dem Ausrüstsystem für Plasmide und Tonika ist einfach aber clever und auch die Möglichkeit Maschinen, Automaten und Sicherheitsbots im Pipe-Mania-Stil hacken zu können ist ein schönes Gimmick.
Die Grafik überzeugt und auch die 2D-Animationen im 30er Jahre Stil fesseln wieder an die Atmosphäre. Ein spannendes Spiel, das meine Abende noch einige Zeit füllen wird.