Prince of Persia

Prince of Persia

15. Dezember 2008 - 18:11 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Man muss sich nur einmal verlaufen und schon ändert sich einfach alles. Eigentlich wollte der Prinz, der in diesem Fall noch nicht einmal ein Prinz ist, nur mit seinem, mit Gold bepackten, Esel nach Hause, um dort sein Leben in Reichtum zu genießen. Aber, wie wir ja wissen, spielt der Zufall, oder gar das Schicksal (sofern man daran glaubt), nie wirklich mit und so gerät er in eine Situation, aus der er sich so schnell nicht mehr befreien kann.

Elika, die Prinzessin der Ahura läuft ihm, im wahrsten Sinne des Wortes, in die Arme und der Prinz sieht sich natürlich dazu gezwungen, ihr zu helfen und so beginnt das Abenteuer – zugunsten des Spielers, also uns!

Elika – die Begleitung

Das Spiel beginnt so, wie es größtenteils im kompletten Verlauf weiter geht: Man klettert. Das hört sich zuerst ganz und gar nicht beeindruckend an, macht aber riesig Spaß, sofern man sich darauf einlässt. Die Steuerung dabei ist recht einfach gehalten und erfordert es lediglich, den richtigen Knopf zum richtigen Zeitpunkt zu drücken.
Hier kommt auch Elika, die Prinzessin ins Spiel. Als treue Gefährtin begleitet sie den Prinzen als NPC über das ganze Spielgeschehen und hilft einem, wo sie kann. Der Clou an der Sache: Anders, als in den meisten Spielen steht sie als NPC nicht dauernd im Weg oder stirbt einem weg, sondern steht einem tatkräftig zur Seite, wenn man sie braucht. Beispielsweise um über einen Vorsprung zu springen, der für den Prinz alleine zu groß ist. Elika setzt dann ihre Zauberkraft ein, um ihm beim Sprung beizustehen. Gleichzeitig wird sie aber auch zu einem der diskutiertesten Kritikpunkte des Spiels. Da sie den Prinzen immer wieder auffängt, wenn er fällt und ihn auch im Kampf rettet, ist es nicht möglich, zu sterben. Deswegen wird häufig behauptet, PoP sei zu einfach, was in meinem Ermessen allerdings nicht stimmt. Gut, eine Herausforderung stellt das Spiel tatsächlich keinesfalls dar, jedoch halte ich den Schwierigkeitsgrad trotz allem für angemessen, denn, wenn man es genau nimmt, kann man nur in den wenigsten Spielen wirklich sterben. Man hat fast immer eine zweite Chance und muss eben noch einmal von vorne anfangen.
Bei PoP verhält es sich nicht viel anders. Wird man von Elika vor einem Sturz bewahrt, so setzt sie einen an den letzten Punkt ab, wo man noch auf festem Boden stand und darf sich noch einmal ans Klettern versuchen, bis es klappt. Schützt sie einen vor dem Tod durch einen Feind, so regeneriert er seine Lebensenergie. Somit bleibt das Spiel zwar recht einfach, aber nicht einfacher als andere Spiele des Genres.

Das Ziel

Das Ziel wird schon ganz am Anfang klar gemacht. Ahriman, der Gott der Dunkelheit, wird aus seinem Gefängnis befreit und verschlingt das Reich seines Bruders, dem Gott des Lichts, Ormazd. Zusammen mit Elika, die die Kraft von Ormazd besitzt, begibt man sich auf den Weg zu den veschiedenen Gebieten des Königreichs, um diese von der Dunkelheit zu reinigen und Ahriman somit wieder zu bannen. Dies stellt sich natürlich nicht als so einfach heraus, denn – wie könnte es auch anders sein? – Ahriman hat seine Schergen, welche sich einem in den Weg stellen.
In PoP gibt es nur Zweikämpfe. Bei denen muss man, wie üblich, den Angriffen des Gegners ausweichen oder sie blocken und, sobald man kann, ihn mit verschiedenen Kombos die Lebenspunkte rausprügeln. Je länger die Kombo, desto größer ist der Schaden, den man verursacht. Zusätzlich kann man auch die Umgebung nutzen, um seinen Feind schneller dahinzuraffen. Einer der Hauptgegner ist sogar ganz und gar unbekämpfbar und kann nur durch Hinzunahme der Umwelt besiegt werden. Viele Gegner tauchen schon auf, bevor man zu ihnen gelangt ist. Kommt man schnell genug zu ihnen, so hat man die Chance, ihnen mit einem Schwertstreich den Gar aus zu machen und einem Kampf somit zu entweichen.

Das Reich

Das Reich, welches man bereist, ist in vier große Gebiete aufgeteilt, die aus jeweils fünf kleineren, fruchtbaren Gebieten bestehen. Um beim Weg dorthin nicht die Orientierung zu verlieren, hat Elika die Fähigkeit, einem durch einen Lichtball, der in die richtige Richtung fliegt, den Weg zu weisen. Praktisch! Jedes der vier Gebiete wird von einem Verdammten beherrscht. Das sind Kreaturen, die ehemals Menschen waren, allerdings ihre Seele an Ahriman gaben, damit dieser ihre Wünsche erfüllt. Und gleichzeitig die Hauptgegner im Spiel.

Obwohl man die Reihenfolge der Gebiete, die man heilt, frei bestimmen kann, bleibt der Ablauf klar gegliedert. Gebiete befreien, Verdammte killen – bam! Hat man ein fruchtbares Gebiet geheilt, so kann man sich zwischen den geheilten Orten teleportieren. Eine Funktion, die praktisch und zeitsparend ist, die ich aber sehr selten in Anspruch genommen hab, da es mir einfach sehr viel Spaß machte, einfach durch die wunderschönen Gebiete zu hüpfen.

Und das ist die Grafik ganz und gar – wunderschön. Wie so oft ist der Look Geschmackssache, jedoch ist sie sehr kunstvoll, fantasiereich und passt einfach wunderbar in das orientalische Setting.
Neben dem normalen Gehüpfe gibt es auch sogenannte Kraftplatten. Von denen gibt es vier verschiedene Typen, die man jeweils freischalten muss, indem man Lichtkeime sammelt, welche man finden kann, sobald man ein Gebiet von der Dunkelheit befreit hat. Hat man einen Kraftplattentyp freigeschaltet, so kann man die jeweiligen Platten benutzen, die es in den Gebieten gibt. Dadurch vollführt man entweder gewaltige Sprünge, rennt, entgegen der Schwerkraft, Wände entlang oder fliegt gar durch die Luft. Letztendlich haben aber alle Platten den selben Effekt:
Sie bringen den Prinzen von Punkt A nach Punkt B.

Auch Schalterrätsel fehlen im neuesten Teil von PoP nicht, jedoch gibt es nur sehr wenige und sie sind auch ziemlich leicht zu lösen, wenn man ein wenig nachdenkt. Ich hätte mir ein paar Rätsel mehr gewünscht, als kleine Abwechslung, aber wirklich schlimm ist es auch nicht.
Zum Schluss bleibt noch zu erwähnen, dass es auch einige Extras zum freispielen gibt. Das ist zum einen eine nette Bildergalerie und zum anderen verschiedene Skins, die sich auf den Prinzen und Elika anwenden lassen. So kann man beispielsweise auch als Altair (Assassin’s Creed) mit Jade (Beyond: Good and Evil) im Schlepptau durch die Levels rennen.

Fazit
Im Allgemeinen besticht Prince of Persia durchaus nicht nur durch die schöne Grafik und Spielwelt, sondern auch durch eine nett erzählte Story, spaßige Hüpfpassagen und ein interessantes, wenn auch nicht besonders umfangreiches Kampf-/Kombosystem. Es ist zwar schnell durchgespielt, macht jedoch (zumindest mir) sogar so viel Spaß, dass man es auch gerne noch ein zweites mal durchspielt. Mir war es das teure Geld auf jeden Fall wert und ich kann es mit einem guten Gewissen weiterempfehlen. Und wer sich nicht so sicher ist, der wartet eben noch ein halbes Jahr. Dann ist es sicher günstiger. ;]
Elika ist eine treue Begleiterin und hilft euch in misslichen Lagen.