Wer früher stirbt ist länger tot

Wer früher stirbt ist länger tot

3. März 2009 - 15:50 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Wer gedacht hat das Genre der On-Rail-Shooter sei tot, der erlebt mit The House of the Dead: Overkill das schaurige Revival dieser ehemaligen Automaten-Klassiker.
Im Stil eines waschechten B-Movies  schicken euch die Entwickler von Headstrong Games in Gestalt des undurchsichtigen Agent G und des coolen Cops Isaac Washington auf die Wii-Jagd nach allem was untot ist und der Mutation nicht entgehen konnte.

Wer sich nicht die Augen schmutzig machen will,  liest besser nicht weiter  
Das Game Was kommt dabei heraus, wenn man trashiges B-Movie-Flair, zwei um jeden Preis auf coole Sprüche bedachte Protagonisten, eine Heerschar Zombies, jede Menge Muntion und Hektoliter Blut in ein abrissfälliges Haus am Rand eines düsteren Waldes verfrachtet, die Tür abschließt und den Schlüssel wegwirft? Richtig: Der ultimativ polarisierende Kampf auf Leben und Tot.
Zugegeben Innovation muss man dem Entwicklerstudio nicht unbedingt vorwerfen. Ist doch das On-Rail-Shooter-Prinzip, bei dem ihr wie “auf Gleisen” durch vorgefertigte Levels ballert, schon so alt wie Omas Schaukelstuhl.

Befreit von komplizierter Steuerung könnt Ihr Euch also voll und ganz darauf konzentrieren auf all das zu Schießen, was sich auf Euch stürzt um so dem fiesen Papa Caesar einen Strich durch die Rechnung seiner perfiden Pläne zu machen.

Natürlich gibt es während der Punkte- und Splatter-Schlacht jede Menge Waffen zu kaufen und zahlreiche Boni “freizuschießen”, die beispielsweise – ganz in gekonnter in Neo-Manier – die Zeit verlangsamen oder einen wieder gesunden lassen.

Abgerundet durch Endgegner die es in sich haben und recht einfallsreiche Locations wird es einem recht schwer fallen, nicht so lange weiter zu spielen, bis der Nachbar verstört an die Wand klopft.
Wie ist’s gemacht? Der Wii wird ja oft eine Gewisse Schwäche “auf der Brust” nach gesagt. Allen die jedoch auch bei Overkill die Hand zum Einwand heben wollen – halt: Der Grafikstil ist Absicht  Entgegen anderer Spiele, will The House of the Dead trashig wirken und bedenkt man die stetig auf gleichem Level befindliche Kraftausdrucks-Frequenz sowie den stimmigen Soundtrack, dann fehlen einem zum eigenen Glück lediglich fettige Chips und Cola und der Abend ist perfekt organisiert.

Die Steuerung könnte einfacher nicht sein und es erfordert durchaus Fingerspitzegefühl und einen Hauch Sadismus um die Ex-Mitbürgerinnen und -Mitbürger Stück für Stück zu zerlegen. Mitunter vermutlich der Grund dafür, das das Spiel hierzulande keine USK-Freigabe erhielt  

Was ich denke Um es “politcal correct” auszudrücken, müsste ich jetzt bemerken wie schädlich doch diese “Killer-Spiele” für unsere Kinder sind. Als Kind aufmerksamer und verantwortungsbewußter Eltern kann ich jedoch sagen: Cooles Game!  Natürlich hat das Spiel keine Jugend-Freigabe verdient, aber für alle “älteren Semester” mit Splatter-Appetit und Vulgärsprachen-Sehnsucht ist The House of the Dead: Overkill ein wirklich unterhaltsamer Zeitvertreib. On the Rails – Again!