Resident Evil 5 – Eine Safari

Resident Evil 5 – Eine Safari

6. April 2009 - 17:59 Uhr geschrieben von

 

Okay, eins vorneweg: Wir haben das Spiel mittlerweile zu Ende gespielt – wie viele Andere von Euch sicher auch. Mit ca. 12 Stunden nach dem ersten Durchspielen ist es nicht unbedingt viel kürzer als Resident Evil 4, aber auch nicht unbedingt länger. Doch das Zeitgefühl ist eh ein Subjektives und je nach spielerischen Fähigkeiten unterschiedlich

 

 

Also ich gebe zu: Ich brauche schon was länger als Andere, keine Frage.
Auch anderweitig fühle ich mich oft an Resident Evil 4 erinnert. Oft kam es mir vor, dass ich eine Location betrat und dachte: Huch, das kommt Dir jetzt irgendwie bekannt vor. War zwar an einer anderen Stelle im Spielablauf und auch die Landschaft war entsprechend eine andere, ABER….. Wobei das nu nicht schlecht ist, mir fällt es eben auf, weil ich den vierten Teil fast auswendig aufsagen kann. Und zurück zum Spiel. Die Steuerung hat sich auch leicht verändert, für ein altes Gewohnheitstier wie mich, eine halbe Katastrophe. Aber man kann sie Gott-sei-dank einigermaßen den eigenen Vorstellungen anpassen. Nur dass ich jetzt mit dem X-Knopf rennen, mit R1 schieße und mit Quadrat andere Aktionen auszuführen muss, dafür brauchte ich schon eine geraume Weile zur Umgewöhnung. Doch mit der Zeit klappt auch das immer besser.

Munitionsmangel ist auch an der Tagesordnung. So wie in den meisten neuen Games. Das auch nur eines der ganz, ganz wenigen Dinge, die mich im Spiel aufgeregt haben, denn ansonsten läufts doch ganz gut für uns, oder? Meine liebe KI-Partnerin stellt sich recht ordentlich an, die Gegner sind nicht unbedingt doof, aber bezwingbar. Auch wenn ich bei den dickeren Exemplaren doch schon des Öfteren mal selbst auch über die Wupper springe.

Aber ich finde es hier mal nicht so unfair, wie in Silent Hill Homecoming. Aber der Abgesang auf diese grandiose Spiel-Reihe hatte ich ja schon an einer anderen Stelle aufgegriffen (und das von einem Fan der ersten Stunde!). Es geht hier schließlich um Chris, Sheva, der durchgeknallten Excella, des mehr als größenwahnsinnigen Wesker und …. Nee das verrate ich hier dann doch nicht, schließlich will ich mich nicht als Spielverderber beschimpfen lassen
Nur so viel: Es ist ein altbekanntes Gesicht.

Jetzt aber nochmal zurück zum Gameplay. Wie oben erwähnt, muss ich alte, verwöhnte Schnute die neuen Knöppchen erst mal erlernen, was mit meinen 26 Jahren auf dem Buckel gar nicht mehr so einfach ist. Unter den Gamern zählt Meinereiner auch schon zu den “Jungsenioren”. Und da ich durch Dead Space auch ganz gespoiled bin, vermisse ich die formidable Erfindung von “walk & shoot”. Hier heißt es immer wieder wegrennen, hinstellen, in Position bringen, zielen, schießen. Dass mich währendessen schon wieder eine Horde Gegner umsäumt macht es nicht gerade einfacher. Da bricht dann häufig auch mal Hektik aus und ich weiß nicht mehr auf wen ich eigentlich zuerst schießen sollte. Mal ganz zu schweigen davon, dass bei dem ganzen Hin- und Her dann auch die Orientierung flöten geht: “Wie? Hä? Wo muss ich nochmal hin? Was? Warum bin denn jetzt hier gelandet?” Und so weiter….

Dennoch auch daran gewöhnt man sich, vor allem wenn einem der “kleine Helfer” von hinten die Karte liest und zackig die Kommandos: “rechts – links- nein nochmal zurück, Du Depp bist dran vorbei gelaufen – jetzt dreh Dich doch nochmal nach Osten, ähh ich meine die Karte. So. Jetzt weiß ich, wo Du hin musst…” ins Ohr brüllt.

Das bringt auch Schweißperlen auf die Stirn  So wie der Soundtrack, der sich vom gruselig-atmosphärischen Orchester der ersten drei Spiele  zum actiongeladenen Blockbuster Gedröhn von Spiel 4 und 5 mutierte. Ich weiß noch, wie mir früher die Schauer über den Rücken jagten, wegen dieser unglaublich subtil-hitchcockesken Horror-Musik in den Teilen 1 bis 3. Nun hat sich das gewandelt, die Musik ist teilweise so rasant, dass es mich beinahe aus dem Sessel hebt. Das ist nicht gerade praktisch, wenn man sich dem Ober-Endboss gegenüber sieht und vor lauter Stress saublöde Fehler macht und hirnlose Tode stirbt. Daher ist es ganz gut, dass man die Hintergrundmusik auf ein Minimum runterschrauben kann. So bleibt mir wenigstens der Herzkasper erspart.

Doch im Großen und Ganzen ist Resident Evil ein geiles Spiel! Schon allein, dass Du Dir Unterstützung aus dem Netz oder direkt neben Dir auf dem Sofa holen kannst, ist eine Wahnsinns-Option, wobei ich jetzt schon wieder daran denke, mir ein Headset zu besorgen, um auch mit dem Koop-Partner aus Hintertupfing die Taktik besser abstimmen zu können.

Das macht vor allem beim “Söldner” Spiel sau viel Spaß und bringt Dir ne Menge, weil Du manchmal vor lauter Majini den Uruboros nicht mehr siehst. So wird es dann auch leichter,die diversen Extras abzuräumen. Gerade wenn sich Jemand einklinkt, der das Spiel schon mal durch hat und unter Anderem weiß, wo sich die BSAA Embleme verstecken, die man selbst ums Verrecken nicht gefunden hat.

Auch die Grafik ist der Oberhammer. Seit ich mit Chris das erste Mal durch das Spencer-Herrenhaus gekrabbelt bin, hat der Mann von den Chara-Design-Spezies ein paar mehr definierte Muckies an Armen und Nacken verpasst bekommen. Er wirkt insgesamt etwas “pompöser” und “aufgepumpter” als früher. Ebenso der zerzauste Look und der Drei-Tage-Stoppelbart stehen ihm ganz gut, obwohl mir der glatt rasierte Typ dann persönlich doch besser gefällt. Aber das sind lediglich Haarspaltereien.
Alles in Allem ein defintiv sehr geiles Game, zum Immer-Wieder-Zocken. Wir gehen momentan gerade Runde drei an