Deponia – Ein Müllplanet zum Verlieben!

Deponia – Ein Müllplanet zum Verlieben!

2. Februar 2012 - 15:05 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Müll stinkt nicht oder etwa doch? Auf dem Müllplaneten “Deponia“ leben skurrile Bewohner, die sich mit ihrer süffigen Situation abgefunden haben, nur nicht Rufus, er schnorrt sich durchs Leben und will bloß von hier weg. “Auf nach Elysium“ heißt sein neuer Plan und so baut sich der chaotische Erfinder eine Flugmaschine, die ihn schnurstracks ins Paradies befördern soll. Wenn diese hübsche Elysianerin Goal nicht wäre… Wir haben das neue Point & Click Adventure von der erfolgreichen Spieleschmiede Daedalic (Harveys Neue Augen) auf Herz und Müll getestet!

Rufus die Witzfigur
Aufgewachsen auf der dreckigen Mülldeponie und alleingelassen vom Vater und der Gesellschaft, hat sich Rufus das Ziel gesetzt: Nie mehr Plörre, weg von der nervigen Ex-Freundin Toni und auf ins sorgenfreie Elysium!

Nach zahlreichen Versuchen dem stinkenden Loch den Rücken zu kehren, hat der selbstsüchtige Rufus in der Stadt immer für Ärger und Stunk gesorgt. Niemand will und kann ihn erst nehmen, seine Ex wirft ihm Schimpfwörter hinterher und sein “bester“ Freund Wenzel denkt schon über seine Hinterlassenschaften nach. Dieses Mal muss es einfach klappen!

Mit einer selbstgebauten Fugmaschine will er sich auf den nächsten Zug nach Elysium schleudern und es allen anderen beweisen, dass er es kann! Bevor es auf die weite Reise in ein besseres Leben geht, findet er in der Bude seiner Ex-Freundin noch brauchbare Dinge, zum Beispiel ein Paar Socken, eine Zahnbürste, einen Seitenschneider und etwas Proviant. Wofür war nochmal der Seitenschneider? Egal, tief in der Sofaritze findet der humorvolle Ausreißer noch etwas zum Knabbern und dann kann es losgehen, leider macht sich seine bakteriell verseuchte Zahnbürste aus dem Staub und wir fangen sie mit Mühe und Not ein.

Startklar? Alles scheint nach einigen Patzern und fehlenden Teilen zu klappen. Mit einem lauten Kabumm landet Rufus auf dem Zug und siehe da, er entdeckt die hübsche Goal beim heftigen Wortwechsel mit uniformierten Elysianer. Rufus eilt sofort zur Hilfe! Zu blöd, dass er immer nie so richtig weiß, was er gerade tut…

Kreisch! Goal fällt in die Tiefe und landet auf dem Müllplaneten Deponia. Nix wie weg? Nein, auch wenn Rufus gerne immer an sich selbst denkt, scheint er von der Orbit-Elfe angetan zu sein und macht sich auf die Suche nach ihr, um sie zu retten.

Kuriose Bewohner
Die Bewohner auf dem Müllplaneten kennen Rufus sehr gut, viele haben bereits von ihm gehört und andere nehmen ihn nicht für voll. Was soll’s? Er ist Rufus! Die witzigen und ironischen Unterhaltungen mit den Bewohnern kann uns so manches Schmunzeln entlocken. Besonders gut passen die verschiedenen Synchronstimmen zu den jeweiligen Charakteren, die einen Charme versprühen, der zu den Planeten Deponia passt.

Rufus Kombinationsgabe
Not macht erfinderisch! Auf dem Weg ins neue Abenteuer legt sich Rufus ganz schön ins Zeug, so mixt er aus allen möglichen Zutaten, unter anderem Säure und energiereiches Wasser einen super Espresso. Wofür er das braucht? Erfahrt ihr im Spielverlauf…
Vor Tieren macht er übrigens auch keinen Halt, so betäubt er zum Beispiel einen alten Papagei, um ihn seiner Ex-Freundin zu schenken. Nebenbei zündet er das Rathaus an, wo der Bürgermeister sitzt und vor einem Diebstahl schreckt er auch nicht zurück. Für knifflige Aufgaben sorgen insbesondere die kleinen Minispiele zwischendurch, hier könnt ihr Zahlenkombinationen lösen, Sprengplanungen manipulieren, Drehscheiben verändern und vieles mehr.  All diese witzigen Aufgaben, mit dem der Spieler sich befassen muss, machen das Spielerlebnis zu etwas ganz besonderem.

Malerische Müllkippen und musikalisch erste Sahne
Manchmal ertappen wir uns dabei, wie wir die hangezeichneten Kulissen und die Darstellung der Charaktere genauer betrachten. So viel Liebe im Detail sieht man nur selten, aber immer öfter in Spielen von Daedalic. Die Idee zur Geschichte stammt aus der Feder von Jan Müller-Michaelis auch bekannt für “Edna bricht aus“. Begeistern können wir uns auch für die musikalische Darbietung im Spiel, die sowohl Aufbruchstimmung als auch Neugier in uns weckt.

Fazit: Für einen kurzen Blick auf das Spiel, sorgt die 45-minütige Demo auf der offiziellen Seite. Ich bin überzeugt, es wird euch garantiert nicht stinken! Obwohl vieles vorhersehbar war und das Ende für mich etwas zu schnell kam, habe ich mein Herz an die berghohen Müllkippen verschenkt. “Deponia“ ist ein Muss für alle Point & Click Adventure Freunde.

Das PC-Spiel ist in einer hochwertigen Klappverpackung mit Soundtrack, Poster und Handbuch erhältlich.