Venetica

Venetica

6. Mai 2009 - 16:51 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Ein verträumtes Venedig des 16ten Jahrhunderts, eine junge Frau und der Tod – kurz Venetica. Endlich erreichen uns mehr Informationen, ein Trailer und erste bewegte Eindrücke des Spiels. Ein fantastisches Action-Rollenspiel aus dem deutschen Haus Deck 13. Wagen wir es einmal uns nun etwas gründlicher in diesem unwirklichen Venedig umzusehen…

Ihr dachtet, der Tod wäre das natürliche Ende aller Dinge? Nun so einfach ist das in Venetica nicht. Ein geheimes Gremium namens „Corpus“ wählt zu jeder wichtigen Epoche der Geschichte einen Menschen aus, der die Verstorbenen auf ihren Weg in die Unterwelt begleiten soll. Um dieses zu vollbringen wird der Mensch mit übernatürlichen Kräften ausgestattet.

Aber es kommt wie es kommen muss. Ein machthungriger Mensch, Victor,  will sich damit allein nicht zufrieden geben und macht sich daran das empfindliche Gleichgewicht zwischen Leben und Tod zu seinen Gunsten zu manipulieren. Das Gremium sieht seinen Fehler schnell ein und benennt einen neuen Tod, der sich als besserer Überbringer in die Unterwelt erweisen soll.

Doch jemand wie Vitor, lässt sich nicht so einfach des Amtes entheben und es entbrennt ein spannendes Katz- und Mausspiel. An dieser Stelle tritt die Heldin des Spiels auf den Plan: Scarlett. Sie  ist, ohne es zu wissen, die Tochter des Todes und muss nun ihrem Vater helfen gegen Victor vorzugehen.

Venedig, die Stadt der Kanäle, ist das Herzstück des Games. Nacheinander deckt man die grafisch unterschiedlichen Stadtviertel auf, wobei man auf schöne helle Plätze wie den Marktplatz stößt oder dunkle Gassen, abseits des Prunks entdeckt. Tag und Nacht wechseln dynamisch und verhelfen dem Spiel zu einer ganz besonderen Atmosphäre, wenn dann des Nachts Diebe sich durch die Gassen schleichen. Aber auch ferne Länder wie Afrika  rufen nach Scarlett und bieten Rätsel, die gelöst werden wollen.

Als Tochter des Todes hat die junge Frau natürlich auch die eine oder andere sehr interessante Fähigkeit. Beispielweise kann sie, wenn sie sich auf eine Bank oder einen Stuhl setzt, durch das drehen einer Uhr den Lauf der Sonne manipulieren. Es muss also niemand warten bis sich der Schatten der Nacht über Venedig legt, wenn es gilt in der Heimlichkeit der Dunkelheit in Häuser einzusteigen. Mehr als 60 begehbare Räume wecken alleine in Venedig zum Erkunden ein.
Die schöne Scarlett kann jedoch auch gut zur Waffe greifen und sich deutlich durchsetzen, wenn es denn sein muss.

Es stehen einem 4 Waffengattungen zur Auswahl, die jeweils andere Attribute haben. Der klobige Hammer beispielsweise kann selbst Türen zum Splittern bringen, wohingegen Schwert und Dolch eher für schnelle Angriffe gedacht sind.
Aber auch die Liebhaber von mächtigen Zaubersprüchen kommen hier auf ihre Kosten. Im Laufe des Spiels wird Scarlett immer wieder neue Sprüche und Flüche lernen müssen um gegen Vitor bestehen zu können. Wichtig zu wissen an dieser Stelle: Fernangriffe sind bis jetzt nur über Magie möglich.

Das Kampfsystem soll sowohl Neulingen als Profis Spaß machen. Geht der Neuling noch etwas unbedarft an die Sache heran und haut erst mal nur fleißig die Tasten, kann ein geübterem Spieler bereits früh raffinierte Kombinationen auszuführen. Plumpes Tastengehämmere mag am Anfang noch möglich sein, aber schon bald werden Angriffe pariert oder geblockt, so dass auch Neulinge schnell auf Kombinationen zurück greifen sollten.

Spätestens bei den Bosskämpfen wird ein jedoch ausgefeilter Kampfstil belohnt. Es gilt immer wieder neue Schwachpunkte herauszufiltern und den Gegner gleich zweimal das zeitliche segnen zu lassen. Denn nachdem das Ungetüm in der Welt der Leben vernichtet wurde, muss es auch in der Unterwelt gestellt werden, was sich noch einmal um einiges schwieriger gestaltet.

Als Tochter des Todes kann Scarlett mit den Untoten sprechen, sie beschwören oder gar selbst in die Schattenwelt eintauchen. In dieser Dimension kann unsere Heldin beispielweise Portale entdecken, die in der Welt der Lebenden nicht existieren. Dies wird sich noch das ein oder andere Mal als günstig erweisen, denn so kann unsere hübsche Protagonisten im Kampf vor Feinden fliehen, ihnen in den Rücken fallen oder sich ganz einfach an Gefahrenquellen
vorbei schleichen.

Natürlich gibt es auch in Venetica ein Quest und Skillsystem, wie in Rollenspiel üblich. Jede Waffengattung verfügt hier beispielswiese ihren eigenen Skillbaum. Das Questsystem ist vielfältig und appelliert nicht selten an die Moral des Spielers. Man kann sich beispielsweise entscheiden, ob man lieber ganz ehrlich seinem Auftraggeber gegenüber ist oder doch mal etwas verschweigt um des eigenen Profites Willen. Keine Angst: falsch machen kann man im Groben nichts, die Rahmenhandlung wird am Ende immer sein Happy End behalten. Dennoch werden solche Nebenquests mit neuen Story-Abschnitten oder seltenen Schätzen belohnen.
Fazit für mich: ein ambitioniertes Spiel in stimmiger Atmosphäre mit einer wunderschön verträumten Umgebung.

Eigentlich haben die Jungs bei Deck 13 alles richtig gemacht…bis auf, dass sie mich noch bis Oktober warten lassen ;).

Venetica hat für mich definitiv das Potential auf meiner persönlichen ewigen Favoritenliste zu landen. Kopf hoch, irgendwie bekommen wir die Zeit schon rum