The Void – Ein Kunstwerk?

The Void – Ein Kunstwerk?

15. Mai 2009 - 17:08 Uhr geschrieben von Dai-Lee

Der Tod ist der Anfang deiner Reise in eine Welt, die hin und hergerissen ist zwischen atemberaubender Schönheit und einem namenlosen Schrecken. Tauche ein in „The Void“ und finde deinen Weg zurück.

Der Anfang deiner Geschichte in „The Void“ ist dein eigener Tod. Aber nicht Himmel, noch Hölle erwarten dich, sondern diese düstere Version einer Zwischenwelt: „The Void“.

Die Atmosphäre ist drückend, beklemmend. Man ist auf der Suche nach dem „Warum“, will die tiefere Antwort auf diese Frage finden. Euch leitet der Wunsch nach der eigenen Wiedergeburt, einer Rückkehr in die Realität.

Schönheit und Abscheu, das durchgehende Thema des Games, spiegeln sich auch in seinen Bewohnerin wieder. 11 Fürsteninnen, Schwestern, werden euren Weg kreuzen und jede wird euch einen Teil der Wahrheit zeigen. Aber Vorsicht: Hinterlist, Intrige und Egoismus sind auch ihnen durchaus nicht fremd. Die Wächter, Brüder, lassen ihre Schönheiten jedoch nur selten aus den Augen. Trefft also die richtigen Entscheidungen, vielleicht lässt sich so der eine oder andere Kampf vermeiden.

Lebenselixier in „The Void“ sind die Lymphia, Farben. Sie erlauben es euch Objekte zu beleben, Rätsel zu lösen oder Gegner zu bekämpfen. Ihr sammelt einzelne Pigmente oder zapft Bäume an in den dafür vorgesehenen Gärten. Bis zu 20 Herzen gilt es mit Farbe, Lymphia, zu füllen. Jede Kolorierung eines Herzens steht für eine bestimmte Eigenschaft: Blau macht euch schneller, Grün stärkt eure Defensive  und Gold erhöht das euch entgegengebrachte Vertrauen.
Die Farben werden durch Glyphen zum Einsatz gebracht. Per Mausbewegung  könnt ihr eine solche auf den Bildschirm malen und sie somit anwenden. Ein dicker Punkt dient beispielsweise als Angriff gegen ein Monster, ein Kreis als Abwehr gegen einen Angriff.

Die Karte findet ihr in der Form der sogenannten Leere vor. Sie ist eine genetisch anmutende Verzweigung von Wegen und Kammern. Hauptkammern und Nebenkammern sind durch leuchtende Adern miteinander verbunden. Die großen Hauptkammern führen euch zu den Fürsteninnen, wohingegen euch die kleineren Nebenkammern zu Farben, Monstern, Gärten und noch allerlei anderen Überraschungen führen.

Aber vergesst die Zeit nicht, an einem Ort, an dem sie anscheinend keine Bedeutung mehr zu haben scheint. Während die Kammern nur in einem ewigen Augenblick existieren und fernab der Zeit bestehen, bleibt die Leere keinesfalls stehen. Da Zeit jedoch Farbe bedeutet, wird sie bald zu eurem größten Feind werden. Endet euer Farbvorrat, wartet nur noch der endgültige Tod auf euch.

Das russische 1st-Person Action Adventure sticht aus der Masse der PC-Games hervor. Nicht nur Optik und Atmosphäre suchen seines gleichen, auch Gameplay und Design scheinen einzigartig. Das Spiel selber ist wohl als Kunstwerk zu verstehen, dass versucht Bilder, Musik und poetische Ideen zu einem Ganzen zusammenzufassen. Wer sich auf „The Void“ einlässt, muss gewillt sein das Gewohnte hinter sich lassen zu können.

Die russische Version des Games steht als Exponat im Museum für Moderne Kunst in Moskau. Hier scheint man der Meinung zu sein etwas Einzigartiges sei erschaffen worden, doch die Geister scheiden sich hier, wie bei vielen großen Ideen. Um das Spiel an den westlichen Markt anzupassen wurden die ersten 45 Minuten des Games radikal gekürzt. Diese ersten Minuten bestanden Ursprungs aus einem Einleitungsvideo, dass dem Spieler nur 2 Clicks abverlangte, zu wenig Action meinte der Westen.

Ich persönlich bin sehr, sehr gespannt auf das Game. Warum aber muss man daher gehen und an einem Kunstwerk herumschnipseln nur um es anzupassen?  Für mich hätte man das Intro lassen können wie es ist, denn ich hätte gerne das Kunstwerk in seiner ursprünglichen Form gesehen. Falls ihr wie ich des Russischen nicht mächtig seid und auf die deutsche Ausgabe warten müsst, markiert euch den 28ten Mai im Kalender ;).